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23. Branchenplattform Windenergie: Ein Tag voller Energie, Austausch und Weitblick bei der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG

24.03.2026

Im 20. Stock des Raiffeisenhauses traf sich die österreichische Windbranche am 24. März zur 23. Branchenplattform Windenergie. Das exklusive Event bot aktuelle Einblicke in Markt, Regulierung und Politik – und viel Raum für Vernetzung bei bester Verpflegung und Panorama über Wien.

Ein starkes Zeichen für die Windkraft in herausfordernden Zeiten

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die erneut steigenden Gaspreise prägten den Auftakt der Veranstaltung. In den Eröffnungsstatements von IGW-Präsident Josef Plank, RLB NÖ-Wien-Generaldirektor-Stv. Reinhard Karl, Ludwig Schleritzko (Raiffeisen Versicherungs-Maklerdienst GmbH) und Firmenbeiratsvorsitzendem Reinhard Schanda wurde klar: Die Sicherung der Energieversorgung bleibt ein gemeinsames Kernanliegen von Branche, Politik und Finanzsektor.

Plank betonte, dass der Ausbau der Windkraft eine konkrete, sofort wirksame Antwort auf die fossile Abhängigkeit Österreichs ist: „Tausende Megawatt heimischer Windkraft sind umsetzbar – sie sind eine real verfügbare Lösung für ein sehr akutes Problem.“

Gastgeber Reinhard Karl ergänzte die wirtschaftliche Dimension:
„Heimische Projekte bedeuten auch heimische Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort in den jeweiligen Bundesländern und Regionen des Landes.“

Fachliche Impulse am Vormittag

Statusbericht Windenergie

IGW-Geschäftsführer Florian Maringer zeigte den aktuellen Stand der Windkraft auf – darunter der solide Zubau 2025 und die zunehmende Rolle von Windkraftprojekten als wirtschaftlicher Faktor in den Regionen.

Energiepolitische Vorhaben des BMWET

Sektionschef Benedikt Ennser präsentierte die laufenden Initiativen des BMWET zur Beschleunigung von Verfahren und zur Sicherung der Ausbauziele. Der politische Rahmen, so Ennser, müsse trotz geopolitischer Unsicherheiten für Investitionen verlässlich bleiben.

Marktdesign & Merit Order – Tara Esterl (AIT)

Esterl beleuchtete, wie der Ausbau erneuerbarer Energien die Großhandelspreise beeinflusst und warum es dafür ausreichend hohe erneuerbare Kapazitäten braucht.
Kernthemen ihres Vortrags:

  • Erneuerbare dämpfen Preise – aber erst ab bestimmten Kapazitätsgrenzen.

  • Verzögerter Ausbau erhöht Systemkosten und führt zu häufigerer Preisbildung durch Gaskraftwerke.

  • Flexibilität, Speicher und kluges Marktdesign werden in den kommenden Jahren entscheidend.

Inputs am Nachmittag: Regulierung, Netze und europäischer Rahmen

ElWG & Regulierung – Alfons Haber (E-Control)

Haber skizzierte die großen Veränderungen durch das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz. Dazu zählen:

  • ein neues Netzentgeltsystem („mehr Leistung, weniger Arbeitspreis“),

  • transparente Netzanschlussentgelte,

  • Standard-Messkonzepte ab Ende 2026,

  • klare Definitionen zum „systemdienlichen Betrieb“,

  • dynamische Spitzenkappung für neue Windkraftanlagen ab 2027.

Er machte deutlich, dass die kommenden Monate für die Umsetzung der zugehörigen Verordnungen entscheidend sein werden.

UVP-G-Novelle – BMLUK

Parallel informierten Vera Maria Paulhart und Birgit Schmidhuber über die anstehende UVP-G-Novelle. Diese bringt:

  • ein einheitliches konzentriertes Genehmigungsverfahren,

  • klarere Verfahrensfristen,

  • stärkere Digitalisierung,

  • Anpassungen bei Ausgleichsmaßnahmen,

  • eine engere Verzahnung von Vor- und Genehmigungsverfahren.

Netzentwicklungsplan & europäischer Blick

Im zweiten Raum zeigte APG-Experte Stefan Führer, welche Rolle Netzausbau und Flexibilitätsbedarf im Zeitraum 2026–2035 spielen.
Robert Lange (EREF) widmete sich dem EU-Grids Package und den europäischen Ausbaupfaden – mit dem klaren Fazit, dass der zügige Ausbau der Erneuerbaren „die einzige strukturelle Antwort auf fossile Abhängigkeit“ ist.

Firmenpräsentationen & Vernetzung im Mittelpunkt

Die kompakten Unternehmensvorstellungen von Deutsche Windtechnik, Dorda Rechtsanwälte und Conesso gaben Einblicke in technische Services, rechtliche Rahmenbedingungen und Projektentwicklungen.
In den Pausen nutzten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit zur Vernetzung – unterstützt von hervorragendem Essen und der inspirierenden Aussicht über Wien.

Fazit: Weitblick für gemeinsame Lösungen

Die 23. Branchenplattform zeigte eindrucksvoll, wie viel Expertise und Engagement in der österreichischen Windbranche steckt. Zwischen politischen Updates, fachlichen Diskussionen und praxisnahen Inputs wurde deutlich:
Die Branche steht bereit – es braucht nun Planbarkeit, Geschwindigkeit und ein klares gemeinsames Ziel für den weiteren Ausbau.

Pressemeldung zur Veranstaltung

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