Fachliche Impulse am Vormittag
Statusbericht Windenergie
IGW-Geschäftsführer Florian Maringer zeigte den aktuellen Stand der Windkraft auf – darunter der solide Zubau 2025 und die zunehmende Rolle von Windkraftprojekten als wirtschaftlicher Faktor in den Regionen.
Energiepolitische Vorhaben des BMWET
Sektionschef Benedikt Ennser präsentierte die laufenden Initiativen des BMWET zur Beschleunigung von Verfahren und zur Sicherung der Ausbauziele. Der politische Rahmen, so Ennser, müsse trotz geopolitischer Unsicherheiten für Investitionen verlässlich bleiben.
Marktdesign & Merit Order – Tara Esterl (AIT)
Esterl beleuchtete, wie der Ausbau erneuerbarer Energien die Großhandelspreise beeinflusst und warum es dafür ausreichend hohe erneuerbare Kapazitäten braucht.
Kernthemen ihres Vortrags:
Erneuerbare dämpfen Preise – aber erst ab bestimmten Kapazitätsgrenzen.
Verzögerter Ausbau erhöht Systemkosten und führt zu häufigerer Preisbildung durch Gaskraftwerke.
Flexibilität, Speicher und kluges Marktdesign werden in den kommenden Jahren entscheidend.
Inputs am Nachmittag: Regulierung, Netze und europäischer Rahmen
ElWG & Regulierung – Alfons Haber (E-Control)
Haber skizzierte die großen Veränderungen durch das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz. Dazu zählen:
ein neues Netzentgeltsystem („mehr Leistung, weniger Arbeitspreis“),
transparente Netzanschlussentgelte,
Standard-Messkonzepte ab Ende 2026,
klare Definitionen zum „systemdienlichen Betrieb“,
dynamische Spitzenkappung für neue Windkraftanlagen ab 2027.
Er machte deutlich, dass die kommenden Monate für die Umsetzung der zugehörigen Verordnungen entscheidend sein werden.
UVP-G-Novelle – BMLUK
Parallel informierten Vera Maria Paulhart und Birgit Schmidhuber über die anstehende UVP-G-Novelle. Diese bringt:
ein einheitliches konzentriertes Genehmigungsverfahren,
klarere Verfahrensfristen,
stärkere Digitalisierung,
Anpassungen bei Ausgleichsmaßnahmen,
eine engere Verzahnung von Vor- und Genehmigungsverfahren.
Netzentwicklungsplan & europäischer Blick
Im zweiten Raum zeigte APG-Experte Stefan Führer, welche Rolle Netzausbau und Flexibilitätsbedarf im Zeitraum 2026–2035 spielen.
Robert Lange (EREF) widmete sich dem EU-Grids Package und den europäischen Ausbaupfaden – mit dem klaren Fazit, dass der zügige Ausbau der Erneuerbaren „die einzige strukturelle Antwort auf fossile Abhängigkeit“ ist.
Firmenpräsentationen & Vernetzung im Mittelpunkt
Die kompakten Unternehmensvorstellungen von Deutsche Windtechnik, Dorda Rechtsanwälte und Conesso gaben Einblicke in technische Services, rechtliche Rahmenbedingungen und Projektentwicklungen.
In den Pausen nutzten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit zur Vernetzung – unterstützt von hervorragendem Essen und der inspirierenden Aussicht über Wien.
Fazit: Weitblick für gemeinsame Lösungen
Die 23. Branchenplattform zeigte eindrucksvoll, wie viel Expertise und Engagement in der österreichischen Windbranche steckt. Zwischen politischen Updates, fachlichen Diskussionen und praxisnahen Inputs wurde deutlich:
Die Branche steht bereit – es braucht nun Planbarkeit, Geschwindigkeit und ein klares gemeinsames Ziel für den weiteren Ausbau.