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Steiermark

Stellungnahme der IG Windkraft zum Entwurf der Änderung des Entwicklungsprogramms für den Sachbereich Windenergie Steiermark (SAPRO)

10.06.2026

Mag.iur. Philip Wilfing
Jurist

Die IG Windkraft begrüßt die vorliegende Novelle des Entwicklungsprogramms für den Sachbereich Windenergie als wichtigen Schritt zur Beschleunigung des Windenergieausbaus in der Steiermark. Positiv bewertet werden insbesondere die ausgewogene Berücksichtigung von Energiepotenzialen und Naturschutzbelangen sowie die Ausweisung neuer Vorrang- und Eignungszonen mit rund 400 MW zusätzlicher Leistung. In Kombination mit den neutralen Zonen erscheint das Ziel von 1.000 MW Windkraft bis 2030 grundsätzlich erreichbar. Gleichwohl bleibt das Programm hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Besonders kritisch sieht die IG Windkraft, dass zentrale Beschleunigungspotenziale ungenutzt bleiben: Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) wurde nicht mitgedacht. Eine vorausschauend konzipierte strategische Umweltprüfung (SUP) hätte die ausgewiesenen Zonen gleichzeitig als Beschleunigungsgebiete im Sinne der RED-III-Richtlinie qualifizieren können – und damit aufwändige UVP-Verfahren für Einzelprojekte überflüssig machen. Diese Chance wurde vergeben. Darüber hinaus ist die Mindestleistungsdichte von 180 W/m² in 100 m Höhe nicht mehr zeitgemäß und entspricht nicht dem Stand moderner Windenergieanlagen.

Die IG Windkraft fordert daher gezielte Verbesserungen in drei Bereichen:

  • Die SUP ist zu vertiefen oder nachzuschärfen, um die ausgewiesenen Zonen künftig als Beschleunigungsgebiete nach EABG qualifizieren zu können.

  • Die Alternativenprüfung im Umweltbericht ist transparenter darzustellen, Bewertungen sind nachvollziehbarer zu begründen.

  • Die Mindestleistungsdichte ist auf 120 W/m² bezogen auf die tatsächliche Nabenhöhe der geplanten Anlage abzusenken, um modernen Windkraftanlagen Rechnung zu tragen.