Windrad-Counter Austria: 1447 Windräder | 4221 MW | 2.7 Mio Haushalte versorgt

Pressemeldung

Pragmatischer Schritt gibt positive Perspektive für Erneuerbare: EABG macht andererseits tiefgreifende Reformprobleme unter großem Handlungsdruck sichtbar

11.06.2026

Mag.(FH) Gerhard Maier
Presse

Über 100 Tage Iran-Krieg und erneute Totalsperre der Straße von Hormus – begrüßenswerter EABG-Schulterschluss sollte Auftakt zu weiteren, ambitionierten Energie-Reformen im Rahmen der Versorgungssicherheit sein.

Wien, 11.06.26: Mit dem heute beschlossenen EABG ist ein erster Schritt gesetzt. In der größten fossilen Krise seit Jahrzehnten – in der Nacht auf heute erklärte der Iran erneut die Totalsperre der Straße von Hormus - braucht es aber weitere, echte Beschleunigung für die Versorgungssicherheit in Richtung sauberer und unabhängig, heimischer Energie: verbindliche Ziele, klare Vorgaben für die Flächenausweisung von Windkraft-Projekten und eine belastbare Perspektive für die Versorgungssicherheit Österreichs.

Verbesserung der Versorgungsziele auf letzten Metern

Trotz offensichtlich fundamentalem Widerstand einiger Bundesländer ist es nicht zuletzt durch weiterer intensiver Verhandlungen mit den Grünen gelungen, das Versorgungsziel von 27 TWh Zubau erneuerbarer Energie bis 2030 auf 30 TWh anzuheben. Erstmals gibt es nun auch eine planbare Perspektive bis 2035 mit einem Versorgungsziel von 40 TWh. Weiterhin ausständig sind jedoch relevante Schritte bei der Verfahrensbeschleunigung und bei der Ausbaudeckelung, die den Ausbau in Österreich künstlich limitieren.

Im Rahmen des politischen Schulterschlusses aller Verhandler:innen der Koalition auf den letzten Metern legt die Regierung gemeinsam mit der grünen Opposition ein Gesetz vor, das auch einen Bund-Länder-Mechanismus beinhaltet – um das definierte Ziel bis 2035 bis spätestens 2029 auf einzelne Beiträge der Bundesländer zur Versorgungssicherheit aufzuteilen. 

„Nach dem politischen Ringen auf Bundesebene und dem erzielten, erfreulichen Schulterschluss, braucht es diesen jetzt auch zwischen Bund und Ländern. Seit über 100 Tagen sehen wir den weltweiten Umbruch von Energiemärkten durch die erneute Großkrise in den Lieferketten fossiler Energien", so IG Windkraft Geschäftsführer Florian Maringer. „Wir werden der Verletzlichkeit unser Wirtschaft und Haushalte durch drohende Preisschocks und der Erpressbarkeit dadurch immer stärker bewusst. Die großen Schritte für eine resiliente, heimische Energie-Souveränität und klaren Versorgungszielen mit heimischer Energie brauchen wir noch – um hier mit Verantwortung für weiteren Wohlstand auch der nachfolgenden Generationen zu sorgen.“

3.500 MW für sichere, saubere Energie

Die Öffnung des künstlichen jährlichen Ausbaudeckels im EAG sowie Straffung des UVP-G, insbesondere durch Verfahrensverschleppung, und mehr Planungssicherheit durch den allgemeinen politischen Rahmen sind nun notwendig. Damit können die rund 3.500 MW an heimischer Windkraftleistung, die derzeit in Verfahren befindlich sind, bis 2030 die Windkrafterzeugung in Österreich verdoppeln.

Gerade angesichts erneut drohender Preisschocks durch die aktuelle Gaskrise und die Lage in der Straße von Hormus ist das eine der relevantesten Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts und für die künftige Sicherheit unseres Landes.

Über die IG Windkraft

Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon heute rund 2,6 Millionen Haushalte im Land mit sauberem, unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage befürworten 83 % der Österreicher: innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert über 200 in den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000 Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.