Pressemeldung
06.05.2026
Die österreichische Windenergiebranche trifft sich auf Einladung der Energie Steiermark zur Generalversammlung am Grazer Leonhardgürtel – und richtet einen klaren Appell an die Politik: Sicherer, günstiger Strom für Wirtschaft und Haushalte gelingt nur mit konsequentem Ausbau heimischer, krisensicherer Energie. Reaktion auf das Pulverfass im Nahen Osten müssen verlässliche Rahmenbedingungen und Investitionen in Strom aus dem eigenen Land sein.
Graz, 06.05.2026: In Zeiten geopolitischer Spannungen durch das „Faustpfand“ der für die Energie- und Weltwirtschaft so wichtigen Straße von Hormus, volatiler Energiemärkte und sukzessive wachsender Unsicherheit setzt die Branche auf ein deutliches Signal: Österreich braucht jetzt Tempo beim Ausbau sauberer, heimischer Windenergie, verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Planungssicherheit: „Die Steiermark wagt sich vor und zeigt, wie es gehen kann: Mit dem neuen Sachprogramm und zusätzlichen Flächen für die Windkraft wird der Ausbau – zumindest gemäß der Pläne - aktiv vorangetrieben. Jetzt liegt es an der genauso mutigen Umsetzung und Flächenausweisung für heimische Erneuerbare. Genauso wie an kosteneffizienten Speicher- und Netzlösungen, die damit zeitnah einhergehen. Daran werden uns zukünftige Generationen messen. Ähnliche Klarheit und einen gemeinsamen Kraftakt brauchen wir jetzt in ganz Österreich“, betont IG Windkraft-Präsident Josef Plank.
Mit 18 neuen Vorrang- und Eignungszonen und dem klaren Bekenntnis zu mehr Windkraft setzt gerade die Steiermark jetzt ein wichtiges Zeichen für Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Standortpolitik.
„Das neue Sachprogramm Wind des Landes gibt erfreulichen Rückenwind für die Nutzung weiterer steirischer Potentiale. Wir investieren in den kommenden Jahren über 550 Millionen Euro in den Ausbau der Windenergie, 47 Anlagen sind derzeit aktuell in Umsetzung, im Jahr 2030 wollen wir mehr als 220.000 Haushalte bzw. E-Fahrzeuge mit Strom aus Windkraft versorgen. Ein entscheidender Beitrag für steirische Wertschöpfung und Nachhaltigkeit. Interessante Standorte werden von uns derzeit geprüft. Die aktuelle Energie-Krise führt jedenfalls drastisch vor Augen, wie notwendig der rasche Aufbau regionaler Erzeugungskapazitäten aus Erneuerbaren Quellen ist“, so der Vorstand der Energie Steiermark, Martin Graf und Werner Ressi.
Vor dem Hintergrund dieser größten, fossilen Krise seit Jahrzehnten wird deutlich, welche Bedeutung heimischer Energie gegen die Verwundbarkeit und mögliche Erpressbarkeit durch fremde Mächte zukommt. IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer: „Die Steiermark erkennt das enorme Potenzial der Windenergie und handelt entsprechend. Das ist nicht nur energiepolitisch sinnvoll, sondern auch ein klares Signal für die steirische Wirtschaft und mehr Haushalts-Unabhängigkeit angesichts volatiler Preise fossiler Importe. Auf dem weiteren Umsetzungspfand wird es jetzt um die konsequente Ausweisung dieser Flächen für saubere, heimische Energie gehen“. Denn gleichzeitig sei klar: Das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Für die Umsetzung brauche es jetzt rasche Verfahren, Planungssicherheit und Unterstützung auf allen politischen Ebenen.
Während einzelne Bundesländer den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, bleibt die Lage auf Bundesebene ambivalent. Zahlreiche Gesetzesvorhaben – von ElWG über EAG bis hin zu UVP-G – bringen Dynamik, aber auch Unsicherheit in die Branche.
„Die Windbranche ist bereit zu investieren – gerade jetzt, wo günstige und stabile Strompreise angesichts erneuter Preisschwankungen wichtiger sind, denn je. Was es dafür braucht, sind verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen. Investitionen entstehen nicht im politischen Dauerprovisorium“, warnt Maringer. Windenergie liefert mit zwei Drittel der Jahresproduktion gerade im Winter – wenn der Energiebedarf besonders hoch ist – einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Windkraft ist auch ein zentraler Faktor für den Wirtschaftsstandort: Sie schafft regionale Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze und wirkt preisdämpfend am Strommarkt. Wer heute in Windenergie investiert, investiert in Versorgungssicherheit, preisstabile heimische Energie und einen starken steirischen wie österreichischen Standort. „Gerade in Krisenzeiten braucht es konsequentes Leadership nach vorn“, betont Josef Plank abschließend. „Es gilt jetzt nicht nur in Graz, die richtigen Weichen zu stellen.“
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon heute rund 2,75 Millionen Haushalte im Land mit sauberem, unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage befürworten 83 % der Österreicher: innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund 180 in den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000 Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.
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