Die größte Sorge: politische Blockaden
Bemerkenswert ist auch der Blick auf die Sorgen der Bevölkerung. Nur rund ein Viertel der Befragten gibt an, dass ihnen der Ausbau der Windenergie Sorgen bereitet.
Fragt man genauer nach den Gründen, wird ein überraschendes Ergebnis sichtbar: Die am häufigsten genannte Sorge ist nicht der Bau von Windrädern selbst, sondern die politische Blockade des Ausbaus. Noch vor Landschaftsbild oder Natur- und Artenschutz nennen 17,2 Prozent der Befragten politische Verzögerungen und Blockaden als Problem.
„Die Bevölkerung in Oberösterreich will Windkraft. Was fehlt, ist der politische Wille. Jedes Jahr, das durch künstliche Blockaden verloren geht, ist ein Jahr, in dem Oberösterreich unnötig von teuren Energieimporten abhängig bleibt. Das Potenzial ist da, die Menschen sind bereit – jetzt müssen es auch die Entscheidungsträger sein“, sagt Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft.
Oberösterreich verfügt über enormes Windkraftpotenzial
Dabei wäre das Potenzial vorhanden: Oberösterreich verfügt über ein Windkraftpotenzial von rund 8 TWh jährlich – genug, um etwa die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs des Bundeslandes zu decken. Allein in den derzeit ausgewiesenen Ausschlusszonen liegt ein Potenzial von rund 1,8 TWh und damit jene Energiemenge, die für das Ausbauziel bis 2040 benötigt wird.
„Oberösterreich sitzt auf einem erneuerbaren Energieschatz, den es sich aus politischen Gründen selbst verwehrt. Ausschlusszonen, die nicht auf fundierten Kriterien basieren, sind kein Naturschutz – sie sind Ressourcenverschwendung. Angesichts der Erfahrungen der Gaskrise und der anhaltenden Importabhängigkeit der heimischen Industrie wäre es fahrlässig, dieses Potenzial weiter liegen zu lassen“, so Maringer.
Die Umfrage zeichnet ein klares Bild: Die Bevölkerung in Oberösterreich steht hinter erneuerbaren Energien und unterstützt den Ausbau der Windkraft. Sie sieht darin einen wichtigen Beitrag zu mehr Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und regionaler Wertschöpfung. Während die Zustimmung in der Bevölkerung hoch ist, bleibt der Ausbau hinter den Möglichkeiten und den eigenen politischen Zielsetzungen zurück.