Pressemeldung
04.02.2026
Kärnten sperrt fast das gesamte Landesgebiet für die Windenergie. Lediglich 0,08 Prozent der Landesfläche sollen für die Windkraft ausgewiesen werden. Würde man die Land(es)karte einfärben, bliebe einzig ein Sperrgebiet – 99,9 Prozent als vermeintliche No-Go-Area – ein Möglichkeits-Radius für Zukunftsdenken im Promille-Bereich. Dabei hat gerade Kärnten großes Potenzial für sichere und günstige Energie aus dem eigenen Land.
Wien, 04.02.26: Österreichs Gasspeicher waren Ende Jänner nur noch zu 45,5 Prozent gefüllt – damit nähern wir uns wieder den Jahren 2022, 23, am Beginn des Ukraine-Kriegs. Der hohe Verbrauch in der kalten Jahreszeit wird immer noch zu über zwei Drittel durch teure Gas-Importe aus dem Ausland gedeckt. In den Wintermonaten von Oktober bis März liegt der Gasbedarf bei rund 70 Prozent. „Dabei hat gerade Kärnten großes Potenzial für sichere und günstige Energie aus dem eigenen Land. Die Windenergie produziert zu zwei Drittel ihrer Energie im Winter, dann wenn die Wasserkraft weniger liefert“, so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer.
Seit der (mittlerweile als verfassungswidrig eingestuften) Volksbefragung mit Suggestiv-Fragestellung Anfang 2025 – bei der noch dazu nur ein Drittel der Kärntnerinnen und Kärntner abgestimmt hatte – ist über ein Jahr vergangen. Damals wurden gewaltige (Steuer)Mittel aufgebracht, um am Ende ein verfassungswidriges Ergebnis zu haben. Nach Diskussionen und Debatten steht man mit der nunmehr finalen Abstimmung im Landtag: wieder am Anfang. „Das Vorgehen in Kärnten ist das restriktivste in ganz Österreich und in der Sache leider kaum begründet. Die große Frage bleibt: wo will man hin? Die aktuelle Zonierung kommt einem faktischen Verbot für die sichere und günstige Energieversorgung mit regionaler Windkraft nahe. Hinzu kommt, dass die mangelhafte EU-rechtliche Umsetzung dazu führen kann, dass der Europäische Gerichtshof ein Verfahren gegen Österreich einleitet. Kärnten braucht eine Zukunftsperspektive und kein Gas im Leerlauf“, so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer
Klar ist: Windkraft gibt es trotzdem und wird es vor allem weiter geben bzw. noch stärker brauchen. Jeder zweite Arbeitsplatz in Kärnten hängt an der Industrie. Bis 2040 wird sich deren Energiebedarf verdoppeln und die Kärntner Haushalte brauchen leistbaren und sicheren Strom. Saubere Windenergie ist vielerorts in Europa und darüber hinaus regionale Energiequelle mit lokalem Mehrwert. In einer energiewirtschaftlichen Darstellung schreibt auch die zuständige Unterabteilung der Kärntner Landesregierung: Werde neben Wasserkraft nicht auch die Windkraft forciert, steige insbesondere im Winter die Import-Abhängigkeit. Das berge Risiko steigender Energiekosten, da bereits heute die Strompreise in den Wintermonaten deutlich höher sind als im Sommer.
Für das Land Kärnten ist Windenergie insbesondere im Winter unverzichtbar, wo Kärnten noch stark von teuren Stromimporten fremder Mächte abhängig ist. „Das wird man mit Ideologie und polemischer Dagegen-Politik nicht lösen“, so Maringer. Die bittere Realität ist aktuell, dass selbst ein Jahrzehnte altes Windrad am Plöckenpass (das älteste Kärntens!) plötzlich keinen Standort mehr haben und nicht erneuert werden kann – obwohl Strom dringendst gebraucht wird. Außer: man würde statt eines modernen Windrads Uraltanlagen vom Second-Hand-Markt importieren. „Zusammengefasst wird mit der Kärntner Planung eine doppelte Bremse gezogen: Man weist nur winzige Beschleunigungsgebiete aus und stellt gleichzeitig sicher, dass das gesamte restliche Potenzial durch ausschließende Auflagen (Totalverbot für Neubau, kaum Repowering-Möglichkeit) auf Null gesetzt wird“, so Maringer abschließend.
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon heute rund 2,75 Millionen Haushalte im Land mit sauberem, unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage befürworten 83 Prozent der Österreicher: innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund 180 in den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000 Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.
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