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Pressemeldung

Globaler Windkraft-Rekord und starkes erstes Quartal in Europa – Ausbau gewinnt in Zeiten fossiler Krise an Tempo

Mag. Stefanie Harbich
Kommunikation

Zeitgleich zu anhaltenden Preisschocks auf den Öl- und Gasmärkten im Rahmen der fossilen Krise durch die blockierte Straße von Hormus verzeichnet die Windenergie weltweit einen Rekord und auch europaweit im ersten Quartal 2026 deutliches Wachstum.

Wien, 21.04.2026: Der kürzlich veröffentlichte Global Wind Report 2026 des Global Wind Energy Council (GWEC) zeigt abermals ein Rekordjahr für die Windenergie: Im Jahr 2025 wurden weltweit 165 GW neue Windkraftleistung installiert – ein Plus von 40 % gegenüber dem Vorjahr. Damit erreicht die globale Windkraft aktuell fast 1,3 Terawatt Gesamtkapazität. Treiber ist dabei einmal mehr China, gefolgt von Indien und Europa, wo die Windkraft zuletzt stark zugelegt hat. Im vergangenen Jahr machten erneuerbare Energien fast die Hälfte der weltweiten Stromerzeugungskapazität aus. Der weltweite Anstieg installierter Windkraftkapazität wurde laut GWEC von der starken Nachfrage nach neuen Windkraftanlagen an Land getragen, die um 42 % auf 155,3 GW stieg.

Zweithöchste Steigerung in Geschichte Deutschlands

Windkraft an Land hat im Vorjahr in Europa gegenüber 2024 um 23 % zugenommen. Größter Treiber in Europa war einmal mehr Deutschland – mit einem Zubau an Onshore-Windkraft von 5,2 GW, der zweithöchsten Steigerung in der Geschichte des deutschen Ausbaus. „Der Ausbauschub in Deutschland ist auf verbindliche Länderziele und Verfahrensbeschleunigung zurückzuführen. Auch durch die konsequente Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III)”, so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer zu dieser beeindruckenden Entwicklung. „Andere Länder in Europa sind wiederum oft säumig, Flächen auszuweisen. Die Staaten sind gefordert, Investitions- und Planungssicherheit herzustellen. Etwa durch Entbürokratisierung und ambitionierte Ziele.“

Wind Europas wichtigste erneuerbare Stromquelle

Auch der aktuelle europäische Strommarktbericht sieht zeitgleich zur fossilen Krise im Nahen Osten einen klaren Trend: In Europa hat die Windkraft im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 deutlich zugelegt und ist mit einem Zuwachs von 22 % auf 173,7 TWh erneut die wichtigste erneuerbare Stromquelle. Insgesamt erreichte die erneuerbare Stromerzeugung (Wind, PV, Wasserkraft) in Europa mit 384,9 TWh einen neuen Quartalsrekord, was maßgeblich dazu beitrug, Preisspitzen am Gasmarkt abzufedern.

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist auch die hohe Wirtschaftlichkeit der Windenergie: Onshore-Windenergie weist mittlerweile die weltweit niedrigsten durchschnittlichen Stromgestehungskosten (LCOE) aller erneuerbaren Technologien auf. Zwischen 2010 und 2024 sind diese Kosten um rund 70 % gesunken.

Gerade vor dem Hintergrund der erneut angespannten geopolitischen Lage – vom Großkonflikt im Nahen Osten bis zu weiteren Unsicherheiten bei globalen Energieflüssen – zeigt sich die strategische Bedeutung der Windkraft deutlich: Mehr erneuerbarer Strom reduziert die Abhängigkeit von fossilen Importen und stabilisiert Energiemärkte.

„Vermeintlich offen – dann wieder zu. Fest steht: die Straße von Hormus wird über Wochen und Monate eine dire strait bleiben. Das zeigt deutlich die Bedrohung durch fossile Energie. Heimische und regionale Energie vor Ort, insbesondere die Windkraft, sind ein zentraler Baustein für Versorgungssicherheit und Preisstabilität – weltweit und ganz besonders in Europa“, betont Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Windkraft wird zum Stabilitätsfaktor in unsicheren Energiemärkten

Der GWEC-Bericht weist auf zentrale Herausforderungen hin: unzureichende Netzinfrastruktur, lange Genehmigungsverfahren sowie Engpässe bei Finanzierung und Fachkräften. Bis 2030 wird die Windenergie weltweit rund 628.000 zusätzliche Fachkräfte für Bau und Betrieb von Windkraftanlagen schaffen.

Für Europa ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Der Ausbau der Windkraft muss mit dem steigenden Strombedarf, der Elektrifizierung und den energiepolitischen Sicherheitszielen Schritt halten. „Die Windkraft liefert heute schon einen wesentlichen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Standortstabilität und Wettbewerbsfähigkeit.Wir sind bereit noch mehr zu leisten. Entscheidend ist, dass die politischen Rahmenbedingungen das ermögliche“, so Maringer abschließend.

Über die IG Windkraft

Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon heute rund 2,75 Millionen Haushalte im Land mit sauberem, unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage befürworten 83 % der Österreicher: innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund 180 in den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000 Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.