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Bürgermeister-Stimmen zur Windenergie

Was zwanzig Bürgermeister und Bürgermeisterinnen über die Windkraft denken

Georg Weichand, Bürgermeister von Großhofen, Bezirk Gänserndorf, Niederösterreich

© Großhofen Unser Windpark produziert 230-mal mehr Strom als wir in der Gemeinde verbrauchen. Andere reden von Plusenergiehäusern, wir haben schon die Plusenergiegemeinde in die Tat umgesetzt. Man muss sich das vorstellen: Für meinen privaten Haushalt plus eine kleine Landwirtschaft brauche ich im Jahr 7.000 Kilowattstunden Strom; und den erzeugt ein modernes Windrad in sage und schreibe drei Stunden.

Werner Friedl, Bürgermeister von Zurndorf, Bezirk Neusiedl am See, Burgenland

© Zurndorf Mit dem Enercon-Betonturmwerk in unserer Gemeinde sind unsere Leute wieder nach Hause gekommen. Sie müssen jetzt nicht mehr in die angrenzenden Bundesländer pendeln, weil sie hier hochwertige Arbeitsplätze gefunden haben. Und auch die Lehrlingsausbildung zu Windkrafttechnikern am BFI Mattersburg bietet jungen Menschen ausgezeichnete Perspektiven. Das Enercon-Werk wurde von ortsansässigen Bauunternehmen gebaut, der Zement für die Betontürme kommt aus Mannersdorf, der Schotter aus der Region und wird von lokalen Transportunternehmen angeliefert. Alles zusammen ergibt eine gesteigerte Wertschöpfung für die gesamte Region.

Matthias Hartmann, Bürgermeister von Unterstinkenbrunn, Bezirk Mistelbach, Niederösterreich

© Unterstinkenbrunn Als wir 2011 in unserer Gemeinde eine Volksbefragung zu dem geplanten Windpark durchgeführt haben, haben sich 92,7 Prozent für das Projekt entschieden. Das war überwältigend. Dazu muss man wissen, dass wir mit freiem Auge die Kühltürme des tschechischen AKW Dukovany sehen können und wir ziemlich viele Atomkraftgegner im Ort haben, die sich fragen, was mit dem Atommüll passiert. Demgegenüber halten viele die Errichtung und den Betrieb von ein paar Windrädern für einen eher geringfügigen Eingriff in die uns umgebende Natur, die ja zum Großteil ohnehin eine von Menschen geformte Kulturlandschaft ist.

Johann Glück, Bürgermeister von Geras, Bezirk Horn, Niederösterreich

© Geras Nicht weit von uns stehen jenseits der tschechischen Grenze zwei AKW in Temelin und Dukovany. Deswegen gibt es unter den schon lange im Ort Ansässigen eine breite Zustimmung zu Windkraftprojekten. Den Menschen ist klar, dass man nicht nur immer gegen etwas sein kann, sondern die Dinge auch selber in die Hand nehmen muss. Und je mehr Strom wir selber erzeugen, desto weniger Strom – und eben auch Atomstrom – müssen wir importieren. Wenn ich abends die roten Lichter der Windräder sehe, dann habe ich immer das beruhigende Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Johann Mayer, Bürgermeister von Orth an der Donau, Bezirk Gänserndorf, Niederösterreich

© Orth Wir sind erneuerbaren Energien gegenüber sehr aufgeschlossen und haben schon vor fünf Jahren eine Biogas-Anlage in unserer Gemeinde errichtet. Auch über die Windkraft haben wir die Menschen intensiv informiert und damit einige Vorbehalte ausräumen können. Grundsätzlich sagen die Leute bei uns, dass es allemal gescheiter ist, die Windenergie zu nutzen, als ein AKW zu bauen oder Atomstrom zu importieren. Ich persönlich befürworte ganz allgemein erneuerbare Energien wie eben auch die Windkraft, weil wir damit immer weniger Öl- und Gasimporte brauchen.

Gerhard Zapfl, Bürgermeister von Nickelsdorf, Bezirk Neusiedl am See, Burgenland

© Nickelsdorf Ein Windrad ist eine temporäre Erscheinung, und vielleicht verfügen wir in einigen Jahrzehnten über völlig neue Technologien. Aber dann kann ich es rückstandsfrei wieder abbauen und das ursprüngliche Landschaftsbild wiederherstellen. Die Atomkraft hingegen hinterlässt auf Jahrhunderte hinaus Altlasten; und wenn man die Kosten für die Atommülllagerung nicht in die Kalkulation hineinrechnet, dafür aber Unsummen an Subventionen erhält, dann kann man leicht behaupten, dass Atomstrom billig sei, aber das ist dann eben eine glatte Lüge. Und was mir ganz wichtig ist: Zuerst einmal müssen wir schauen, dass wir so viel Energieverbrauch wie nur möglich vermeiden, und was wir wirklich brauchen, das müssen wir dann möglichst sinnvoll produzieren.

Franz Werdenich, Bürgermeister von Potzneusiedl, Bezirk Neusiedl am See, Burgenland

© Potzneusiedl Die ganze Bevölkerung ist stolz, dass mit den Enercon E-126 jetzt zwei der weltweit stärksten Windkraftanlagen auf unserem Gemeindegebiet stehen. Das hat natürlich viel Aufsehen erregt. In der Bauphase haben wir Führungen zu den Windriesen angeboten, die waren alle ausgebucht. Immer wieder rufen mich Leute aus anderen Gemeinden an, sogar aus Slowenien, die sich auf kommunaler Ebene über die Windkraft informieren wollen. Wir liegen an einem Verbindungsradweg von der Donau zum Neusiedlersee, und wir haben den Radweg als touristische Attraktion jetzt extra in die Nähe der Windräder gelegt. Wenn ich heute mit dem Flugzeug aus dem Urlaub zurückkomme, sage ich immer zu meiner Frau: Schau, wir sind schon zuhause, ich kann schon die Windräder sehen.

Othmar Matzinger, Bürgermeister von Ladendorf, Bezirk Mistelbach, Niederösterreich

© Ladendorf Wir wissen, dass wir auf dem Weg mit fossilen Energien Schiffbruch erleiden werden, deswegen hat sich unsere Gemeinde generell den erneuerbaren Energien verschrieben, insbesondere der Windenergie, denn der Wind kostet nichts. Über das optische Erscheinungsbild der Windräder lässt sich streiten, ich persönlich finde sie allemal schöner als unzählige Strommasten und kilometerlange Leitungen oder die Bohrtürme im Marchfeld. Wir wissen aber auch, dass es sich bei Windparks um sensible Projekte handelt, deswegen bin ich auch sehr zufrieden, wie extrem professionell, perfekt vorbereitet und absolut korrekt die Windkraftfirmen bei uns gearbeitet haben.

Franz Strobl, Bürgermeister von Kreuzstetten, Bezirk Mistelbach, Niederösterreich

© Kreuzstetten Wegen unserer Nähe zu dem tschechischen AKW Dukovany gibt es bei vielen Leuten in unserer Gemeinde eine große Sympathie für eine saubere und ungefährliche Stromerzeugung und damit für erneuerbare Energien. Den Leuten ist ganz klar, dass der Strom nicht aus der Steckdose kommt, sondern irgendwo erzeugt werden muss, und dass es wichtig ist, wie er erzeugt wird. Und sie sagen: Da ist mir ein Windrad lieber als ein AKW. Die Windräder in unserer Gegend fallen gar nicht mehr auf, es ist eher so, dass uns etwas fehlen würde, wenn sie nicht mehr da wären.

Friedrich Quirgst, Bürgermeister von Deutsch-Wagram, Bezirk Gänserndof, Niederösterreich

© Deutsch-Wagram Seit heuer steht bei uns ein Windpark mit fünf 3-MW-Windkraftanlagen, ein Gemeinschaftsprojekt von EVN und WEB. Beide Betreiber sind in unserer Gegend als seriös und zuverlässig bekannt. Das ganze Projekt ist ruhig abgelaufen und es gab keine nennenswerte Gegnerschaft. In unserer Bevölkerung gibt es jedenfalls eine große Akzeptanz für diesen Windpark. Sicherlich auch deswegen, weil wir dieses Windkraftprojekt absolut überschaubar konzipiert haben, was die Anzahl der Anlagen und den Abstand der Standorte zum Siedlungsgebiet betrifft. Wir wollen die Energiewende, die derzeit im Gang ist, positiv mittragen.

Max Mayer, Bürgermeister von Lohnsburg, Bezirk Ried im Innkreis, Oberösterreich

© Lohnsdorf Zum Zeitpunkt der Errichtung unserer 2-MW-Windkraftanlage am höchsten Punkt des Kobernaußerwaldes im Jahr 2002 war die große Frage, ob an diesem Standort genügend Wind vorhanden ist Die Ertragsprognosen wurden aber deutlich übertroffen. Ein großer Vorteil des Waldstandortes ist, dass die Abstandsbestimmungen zu den Anrainern leicht eingehalten werden können und niemand durch Schall oder Schattenwurf beeinträchtigt wird. Mit der verbesserten Technik der heutigen Windkraftwerke wäre sogar eine noch effizientere Nutzung günstiger Standorte im Kobernaußerwald möglich.

Martin Voggenberger, Bürgermeister von Munderfing, Bezirk Braunau am Inn, Oberösterreich

© Munderfing Da unsere Gemeinde 75% des Windparks Munderfing im oberösterreichischen Kobernaußerwald besitzt, ist das das größte einzelne Bürgerbeteiligungsprojekt an einem Windpark, das bisher in Österreich umgesetzt wurde. Und ich kann nur sagen: Der Standort ist perfekt, die Stimmung in unserer Gemeinde ist perfekt – all das freut mich sehr. In der ganzen Region gibt es reges Interesse an unserem Projekt, Tausende Menschen pilgern zu unseren Windrädern, wir haben schon einen regelrechten Windkraft-Tourismus. Das Beste daran ist aber: Mit unseren fünf Anlagen erzeugen wir Strom für 10.000 Haushalte, also 10-mal so viel, wie unsere Gemeinde selber verbraucht.

Johann Zieher, Bürgermeister von Pöndorf, Bezirk Vöcklabruck, Oberösterreich

© Po?ndorf Öl und Gas für die Stromerzeugung sind zu Ende gehende Ressourcen mit Ablaufdatum, und mit der Atomkraft wollen wir überhaupt nichts zu tun haben. Wir in unserer Gemeinde setzen deswegen auf den kostenlosen und unerschöpflichen Rohstoff Wind. Die älteren Menschen sind noch vorsichtig, aber unsere Jugend ist zu 100% für erneuerbare Energien. Auf unserem Gemeindegebiet sind Vorrangflächen für die Windkraftnutzung ausgewiesen, dort planen wir einen Windpark mit fünf Anlagen. Ein Unternehmen der Gemeinde wird als Betreiber auftreten, und es wird auch die Möglichkeit für private Beteiligungen geben.

Regina Schrittwieser, Bürgermeisterin von Krieglach, Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, Steiermark

© Krieglach Als die Idee für den Windpark Hochpürschtling an uns herangetragen wurde, hat der Gemeinderat das Projekt einstimmig unterstützt. Und auch in unserer Bevölkerung gibt es dafür nach wie vor volle Zustimmung. Ganz entscheidend war, dass der Betreiber die Menschen hier mit eingebunden hat und für alle Anfragen ein offenes Ohr hatte. Deswegen haben sich die Leute mit dem Windpark auch so stark identifiziert, als ob es ihr eigenes Projekt gewesen wäre und reden heute von „unserem“ Windpark. Wichtig ist aber, dass wir auch in unserer Region entsprechende Freiflächen klar definieren und freihalten.

Patriz Rechberger, Bürgermeister von Schachen bei Vorau, Bezirk Hartberg, Steiermark

© Schachen Schon 2005 hat unser Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für die Nutzung der Windenergie gefasst. Mit dem Windpark am Pongratzer Kogel haben unsere Gemeindebürger jetzt große Freude, viele sagen, dass ihnen der selbsterzeugte Windstrom tausendmal lieber ist als importierter Atomstrom. Der Windpark ist ja mittlerweile zu einem Ausflugsmagnet geworden, der Scharen von Wanderern anzieht, was auch die Hüttenwirte freut. Und für die Leute, die nach Graz pendeln, sind die Windräder bei der Heimfahrt zu einer Art Wegweiser geworden, wenn sie die sehen, wissen sie, dass sie bald zu Hause sind.

Rudolf Hofbauer, Bürgermeister von Langenwang, Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, Steiermark

© Langenwang Vor zehn Jahren gab es noch viele Stimmen gegen die Windkraft, heute erlebe ich in unserer Gemeinde eine durchwegs positive Stimmung dafür. Von unseren rund 4.000 Einwohnern kenne ich nur noch ein paar wenige, die dagegen sind. Wir sind ja auch Klima- und Energiemodellregion und wollen bis 2020 die gesamte Energie für unseren Eigenverbrauch selber erzeugen. Dazu werden auch die Windparks im Mürztal beitragen. In unserer Region gibt es durchwegs eine Pro-Windkraft-Stimmung, die Menschen hier sind stolz auf diese saubere Form der Energiegewinnung, stolz auf den Strom der Berge.

Thomas Heim, Bürgermeister von Ratten, Bezirk Weiz, Steiermark

© Ratten Ich persönlich bin dafür, jede Form von erneuerbarer Energie zu unterstützen und auszubauen. Allerdings muss man auch Einwände ernstnehmen und sachlich besprechen. Für unseren Windpark am Steinriegl haben wir die Menschen in unserer Gemeinde umfassend informiert, deswegen gibt es auch eine so große Zustimmung. Ganz am Anfang des ersten Windpark-Projektes hat es natürlich Unsicherheit und auch Skepsis in Teilen unserer Bevölkerung, wie etwa in der Jägerschaft, gegeben. Aber die Eröffnung des Windparks war dann ein Volksfest, und viele Besucher gehen heute die Forststraße hinauf zu den Windrädern „energiewandern“. Die positive Stimmung in unserer Gemeinde für die Windkraft symbolisieren wir auch in unserer Gemeindezeitung, in der wir die Windräder in das Layout integriert haben.

Christian Sander, Bürgermeister von Kindberg, Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, Steiermark

© Kindberg Die Zeit ist reif, Energie auf eine neue Art zu erzeugen. In Kindberg haben wir schon seit über 100 Jahren ein eigenes Wasserkraftwerk im Besitz der Gemeinde, und unsere moderne PV-Anlage mit 1.600 kW Leistung ist die größte im ganzen Mürztal. An dem auf unserem Gemeindegebiet geplanten Windpark Stanglalm wird sich auch unser E-Werk mit 10% beteiligen. Kindberg hat 5.300 Einwohner, aber ich registriere nur positive Stimmung für das Windpark-Projekt, überhaupt keine Gegnerschaft. Alle sind stolz darauf, dass wir mit Wind, Wasser und PV energietechnisch autark sein werden und dann insgesamt neun Gemeinden versorgen können.

Karl Leopold Einböck, Bürgermeister von Dorf an der Pram, Bezirk Schärding, Oberösterreich

© Dorf an der Pram Wir wollten in unserer Gemeinde zwei Windräder errichten, weil hier beste Windverhältnisse herrschen, sind aber am Masterplan des Landes Oberösterreich gescheitert. Unsere Gemeinde besteht aus 22 Ortschaften, da ist es unmöglich, die vorgeschriebenen Abstände zum verbauten Gebiet auf den Meter genau einzuhalten. Dabei ist es so, dass es unter unseren 1.050 Einwohnern keinen einzigen Gegner betreffend der Windräder gegeben hat. Aber leider verhindert der Masterplan speziell in ländlichen Gebieten durch eigenwillige Auflagen den Bau von Windparks.

Johann Köck, Bürgermeister von Prellenkirchen, Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich

© Prellenkirchen Wir waren bei der Nutzung der Windenergie zur Stromerzeugung von Anfang an mit dabei. An unseren Ausbauschritten kann man sehr gut die rasante Entwicklung der Windkrafttechnologie ablesen. Mit jedem Erweiterungsschritt wurde die Anlagenleistung nahezu verdoppelt. Heute können wir mit weniger Anlagen deutlich mehr Ertrag erzielen als noch vor rund zehn Jahren.

Schon bei der ersten Windpark-Erweiterung war es unserer Gemeinde wichtig, dass es die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung gibt. Und auch beim aktuellen Ausbauschritt hat die Gemeinde auf einer solchen bestanden. 2003 standen die Leute der Beteiligungsmöglichkeit noch vorsichtig gegenüber und waren eher skeptisch, am Ende haben sich aber dann doch etliche beteiligt. Jetzt 2014 hatten wir jede Menge Anfragen, und über 100 Personen, vorrangig Menschen aus unserer Gemeinde, haben dann Beteiligungen gezeichnet.