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Porträt Wind-Menschen - Der Mann, der den Windpark Kittsee umgesetzt hat

8.4.2013 Schon als Student wusste Christoph Großsteiner, dass er für die Windenergie arbeiten will

In der Serie „Wind-Menschen“ stellen wir Ihnen diesmal Christoph Großsteiner, Geschäftsführer des Windparks Kittsee der oekostrom-Gruppe, vor

© oekostrom AG

Was ist deine Funktion in der oekostrom-Gruppe?

Meine Funktion besteht grundsätzlich darin, Projekte zu entwickeln, vor allem Windkraftprojekte in Österreich, und dabei den ganzen Prozess von der grünen Wiese bis zur Errichtung abzuwickeln. Ich bin dabei hauptsächlich für die kaufmännischen Agenden wie zum Beispiel die Finanzierungsaufstellung und das Projekt-Controlling zuständig, teilweise aber auch für die Abwicklung der Grundstücksverträge mit den Grundeigentümern, Abschluss der Gemeindeverträge, Ausschreibung für diverse Baumaßnahmen und so weiter.

Deine erste große Bewährungsprobe hast du ja schon gemeistert

© oekostrom AG Ich denke schon, denn mit der erfolgreichen Projektierung des Windparks Kittsee, der im September 2012 ans Netz ging, war ich ziemlich eingesetzt. Wir hatten schon den Ömag-Vertrag, der bekanntlich nur 24 Monate gültig ist, dann mussten wir aber den Anlagenlieferanten wechseln und ein AbänderungsUmwidmungsverfahren abwickeln. Das ist, wie man so sagt, wie wenn man in der Furt die Pferde wechselt, und war mit erheblichem Zeitdruck verbunden.

Welche Ausbildung hast du und wie bist du zu deinem Job gekommen?

Ich habe an der HTL Krems Bautechnik für Hochbau gelernt, danach habe ich ein kaufmännisches Studium für Projektmanagement mit der Vertiefung erneuerbare Energien und Rohstoffwirtschaft am Campus Wieselburg der Fachhochschule Wiener Neustadt absolviert, weil ich die Kombination aus Technik und Wirtschaft sehr sinnvoll finde. Vor Abschluss des Studiums mussten wir ein Praktikum absolvieren. Ich habe aber gleich eine fixe Anstellung gesucht, weil ich das weiterführende Masterstudium für Wirtschaftsberatung und Unternehmensführung berufsbegleitend absolvieren wollte. Das hat sich dann bei der oekostrom-Gruppe perfekt ergeben, so dass ich am Wochenende für mein Studium lernen konnte.

Wie bist du ursprünglich auf die erneuerbare Energie gekommen?

Mich hat immer schon fasziniert, dass man mit erneuerbaren Energiequellen wie Wind oder Wasser Strom erzeugen kann, dass man also mit den Kräften der Natur letztendlich hochtechnologische Geräte betreiben kann. Und auf dem Weg von Böheimkirchen, wo ich wohne, nach Wieselburg bin ich immer in Loosdorf an den Windrädern vorbeigekommen, die direkt an der Westautobahn stehen. Und schon damals habe ich mir gedacht: An so einem Projekt mitzuarbeiten klingt spannend und herausfordernd.

Und welche persönliche Motivation treibt dich an?

Es ist mir ein Anliegen, dass wir nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt hinterlassen, und dazu versuche ich einen kleinen Beitrag zu leisten. Wenn ich mir die Ergebnisse der Klimagipfel der letzten Jahre anschaue, dann habe ich den Eindruck, dass der Umweltschutz noch immer nicht genügend ernst genommen wird. Da gibt es also noch jede Menge Arbeit zu tun.

Du wirst dich also weiterhin der Windkraft widmen?

Schau, wenn ich etwas arbeite, dann sehe ich nachher immer ganz gern, was dabei konkret herauskommt. Wenn man nur Zahlen auf dem Papier sieht, hat man nichts Greifbares in der Hand. Aber wenn ich nach der ganzen Projektarbeit auf die fertig gestellte Windkraftanlage hinaufsteige, dann erlebe ich das fertige Werk. Und wenn ich dann hautnah mitkriege, welche Kraft der Wind hat, wenn ich die Vibrationen der Maschine spüre und weiß, dass mit jeder Umdrehung des Rotors neuer Strom erzeugt wird, dann sind das für mich immer wieder faszinierende Augenblicke. Und die will ich auch weiterhin erleben.


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Die Serie "Windmenschen" erscheint in unserer Mitglieder-Zeitung "windenergie". Porträtiert werden verschiedene Menschen, die in der Windbranche arbeiten - meist "aktiv", direkt am Windrad.