Wirtschaft

Windenergie als Turbo für die heimische Wirtschaft

© EVN / IGW
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Die Errichtung einer Windkraftanlage mit drei Megawatt Leistung in Österreich bringt heimischen Firmen ein Auftragsvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro. Während der 20-jährigen Lebensdauer kommen noch ca. 3,3 Millionen Euro für Wartung und Betrieb dazu. Insgesamt profitiert die österreichische Windkraft-Wirtschaft an jedem Windrad mit ca. 4,8 Millionen Euro. Das sind über 20 Jahre gerechnet rund 50 Prozent der gesamten Projektkosten.

Österreich das Land der erneuerbaren Energien

Historisch hat Österreich schon immer an der Energiewende mitgearbeitet. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlaubte die Kaplan Turbine enorme Erfolge in der Nutzung der Wasserkraft. Davon profitiert Österreich bis heute. Im Bereich der Biomasse ist Österreich das Technologiezentrum und bei der technischen Entwicklung der solaren Wärmenutzung war Österreich federführend. Der Schlüssel zum Erfolg ist der starke Fokus auf Hochtechnologie und neue Märkte. So ist Österreich ein erfolgreicher Nischenplayer, spezialisiert im Zulieferbereich. So werden laufend neue Märkte auch für die Energiewende geschaffen, die Technologie und Produktexport in alle Welt nachhaltig erlauben.

Vorteile für österreichische Unternehmen

© Elin Motoren GmbH
 © Elin Motoren GmbH

Die Windenergie ist eine Chance für wirtschaftlichen Erfolg. Im Sog des weltweiten Windkraft-Booms ist in Österreich aber vor allem eine vielfältige Zulieferindustrie entstanden, die Materialien, Komponenten und Dienstleistungen für Windkraftanlagen am internationalen Markt liefert. Diese konnte in den letzten Jahren einen starken wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnen. Derzeit arbeiten mehr als 190 Firmen im Dienstleistungs- und Zulieferbereich der Windbranche und machen jährlich weit mehr als 530 Millionen Euro Umsatz. Deswegen steckt heute benahe in jedem High-Tech-Windkraftwerk, das weltweit errichtet wird, Technologie aus Österreich. Einige Unternehmen sind in ihren Bereichen sogar Weltmarktführer.

Hier nur ein paar ausgewählte Beispiele:

  • Die steirische Elin Motoren GmbH liefert Generatoren für Windkraftanlagen in die ganze Welt.
  • Die oberösterreichische Hexcel Composites ist weltweit der führende Hersteller von Basismaterial für die riesigen Rotorblätter.
  • Die voestalpine produziert hochwertigen Stahl, der für die Fertigung der Windradtürme und Generatorenbleche verwendet wird.
  • Die Vorarlberger Bachmann electronic GmbH ist Weltmarktführer für elektronische Steuerungen in Windkraftanlagen mit eigenen Niederlassungen in den Wachstumsmärkten China und USA. In jeder zweiten Windkraftanlage die errichtet wird ist eine Steuerung aus Vorarlberg eingebaut.
  • Ebenso viele Windräder sind mit Bremsscheiben der Firma Miba aus Oberösterreich ausgestattet.

Auch für den Offshore Bereich liefern heimische Unternehmen fleißig Technologie:

  • Der Salzburger Kranhersteller Palfinger
    liefert Kräne für Offshore-Windparks, darunter auch für den ersten
    US-amerikanischen Offshore-Windpark der jemals in amerikanischen
    Gewässern installiert wurde.
  • Im weltweit größten Windkraftwerk sorgt eine Kupplung der Salzburger Firma Geislinger für die richtige Windkraftübertragung.

Ökostromgesetz als Wirtschaftsmotor

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Die Windenergie ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsmotor in Österreich geworden. Allein in den drei Jahren von 2012 bis 2018 wurden knapp 3 Milliarden Euro in den Windkraftausbau investiert. Die Windbranche nahm sogar mehr Geld in die Hand als die Fahrzeug- und Holzindustrie und circa gleich viel wie die Papierindustrie.

Weiterführende Links

Windenergie schafft Arbeitsplätze
Entwicklung des Markts für innovative Energietechnologien in Österreich (Studien)

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