Klimaschutzmaßnahme Windenergie

Paris: Windenergie als Leittechnologie der Stromerzeugung

Diese Woche hat sich in Paris die gesamte weltweite Windbranche getroffen um den Beitrag der Windenergie als Klimaschutzmaßnahme aufzuzeigen. Die Windenergie ist in den letzten Jahren zur Leittechnologie der Stromerzeugung herangewachsen. „In den nächsten Jahren wird es auch die Leittechnologie zur Bekämpfung des Klimawandels werden“, so Klaus Rave, Vorsitzender des weltweiten Windenergie-Verbandes GWEC. „Dazu bedarf es größerer Anstrengungen der Politiker auch in Österreich“, ergänzt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

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Vom 16. bis 20. November war Paris das weltweite Zentrum der Windenergie. Das jährliche Hauptevent der Windbranche zeigt eine Woche vor der Klimakonferenz in Paris, dass die Windenergie ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz ist und verstärkt dafür auch in Zukunft genutzt werden kann.

„Als größte Quelle der weltweiten Treibhausgas-emissionen muss der Energiesektor das Zentrum der globalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels sein“, bemerkte Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur letzte Woche bei der Veröffentlichung des World Energy Outlooks und fordert für Paris eine klare Richtung zur Umstellung des Energiesektors ein.

Die Leittechnologie der Stromerzeugung ist die Windenergie

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Seit dem Jahr 2000 wurde in Europa mehr Windkraftleistung zugebaut, als alle Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke zusammen. Bis 2030 könnte die Windenergie allein in Europa 941 Mrd. kWh Strom erzeugen und damit 28% des Stromverbrauchs decken. 2014 erzeugten alle Windräder in Europa 284 Mrd. kWh Strom und deckten damit 10,2% des Stromverbrauches. „Die Windenergie wird die größte Stromerzeugungstechnologie in der EU sein, wenn die Regierungen ambitioniert ihre Klimaschutzstrategie angehen“, bemerkt Giles Dickson, Geschäftsführer des europäischen Windenergieverbandes EWEA und setzt fort: „Die europäische Wirtschaft und die Energiebranche sind komplett im Wandel. Die Politiker müssen jetzt entscheiden, ob sie diese Transformation beschleunigen wollen, oder verzögern und damit Investitionen und Arbeitsplätze gefährden.“

Ausbau der erneuerbaren Energien muss um 50% gesteigert werden

Um die Ziele der EU-Kommission für 2030 (27% erneuerbare Energien, 40% CO2-Reduktion) zu erreichen, muss die Ausbaugeschwindigkeit der erneuerbaren Energien im Stromsektor deutlich gesteigert werden. Die EU-Kommission hat im Sommerpaket darauf hingewiesen, dass hierfür bis 2030 50% der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stammen muss. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Zubau in den nächsten 15 Jahren 1,5% pro Jahr betragen.

„Leider sind die Entwicklungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren in Europa nicht sehr erfreulich“,bemerkt Klaus Rave und ergänzt: „Die Politiker müssen endlich erkennen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien ein reines Wirtschaftsprogramm ist.“ 2014 arbeiten in Europa rund 230.000 Personen in der Windbranche. Bis 2030 könnten es 366.000 sein. Das Investitionsvolumen könnte von mehr als 120 Mrd. Euro auf 591 Mrd. Euro steigen.

Made in Austria

Auch Österreich kann beim weltweiten Windenergieboom mitpartizipieren. Mehr als 170 österreichische Firmen sind im Zuliefer- und Dienstleistungsbereich der Windbranche am Weltmarkt engagiert. Dabei erwirtschafteten sie ein Exportvolumen von weit mehr als 660 Mio. Euro jährlich. Einige dieser Firmen sind sogar Weltmarktführer in ihrem Segment.

Der Windenergieausbau in Österreich ist in den letzten Jahren sehr gut vorangekommen. Mehr als 2,2 Mrd. Euro wurden in neue Windräder investiert. „Damit ist die Windbranche in Österreich zu einem der wichtigsten Investitionszweige der gesamten Industrie herangewachsen“, freut sich Stefan Moidl und ergänzt: „Leider ist die Zukunft des Windenergieausbaus in Österreich nicht gesichert.“ Der europäische Strommarkt ist komplett aus den Fugen geraten, der CO2-Handel ist in sich zusammen gebrochen und die heimischen Kraftwerke sind durch exorbitante Ausgleichsenergiekosten und Netzgebühren zusätzlich benachteiligt. Dies hat auch Auswirkungen auf den zukünftigen Windkraftausbau. „Um das derzeitige Niveau des Ausbaus zu halten, sind daher dringend Anpassungen des Ökostromgesetzes erforderlich. Dann könnten bis 2020 weitere 2,5 Mrd. Euro investiert und 10.000 Personen beim Aufbau und Betrieb der Windräder beschäftigt werden“, bemerkt Moidl abschließend.

Rückfragehinweis

Mag. Martin Fliegenschnee-Jaksch
Mobil: +43 (0)660/20 50 755
m.fliegenschnee@igwindkraft.at

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Weiterführende Links

EWEA: Presseaussendung zum "Anual Event"
EWEA Report: Aiming High (PDF)

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