Windstrom für mehr als 50% der Haushalte in Niederösterreich

28.6.2012 St. Pölten baut Stellung als Windhauptstadt aus

St. Pölten, 28.06.12: Landesrat Stephan Pernkopf, Bürgermeister Matthias Stadler, Vizebürgermeister Matthias Adl, GVV Präsident LAbg. Alfred Riedl und Stefan Moidl von der IG Windkraft besuchen die Windradbaustelle in Wagram (St. Pölten)

© IG Windkraft - www.igwindkraft.at Das Windrad in Wagram (St. Pölten) ist die erste Windkraftanlage die seit 5 Jahren wieder in St. Pölten errichtet wird. Die letzte St. Pöltner Anlage wurde von der gleichen Betreiberfirma Ökowind am Nachbarstandort errichtet. "Besonders in meinem Heimatort St. Pölten ist es schön zu sehen, dass auch hier noch Potential für die Windenergie vorhanden ist", erklärt der Geschäftsführer Karl Weiß. Das Windrad des Typs E-70 Enercon mit einer Leistung von 2 MW wird Strom für mehr als 1.000 Haushalte erzeugen und ist das erste Windrad in Niederösterreich, dass heuer ans Netz gebracht wird.

Von 2009 bis 2010 ist der Anteil an erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Österreich von 67,7% auf 61,4% um mehr als 6% gesunken. „Dem Ziel der erneuerbaren Stromautarkie haben wir uns entfernt, statt uns dem Ziel 100% Ökostrom zu nähern“, stellt Moidl fest und führt weiter aus: „Der Stromverbrauchszuwachs in Österreich verschärft die Situation noch mehr. Von 2009 auf 2010 hat der Stromverbrauch um satte 4% zugenommen. Diese Zahlen sind die neuesten Zahlen, welche Eurostat erst letzte Woche veröffentlichte.
Das Ökostromgesetz 2012, das mit 1. Juli in Kraft tritt, ist der richtige Weg um den Anteil an erneuerbaren Energien in Österreich zu erhöhen. „Damit sich die Wirkung des Ökostromgesetzes entfalten kann, müssen in dieser Woche aber angemessene Einspeisetarife verordnet werden“, fordert Moidl.

St. Pölten, die Windhauptstadt Österreichs

St. Pölten kann sich zu Recht als „Windhauptstadt“ bezeichnen. Derzeit drehen sich im Stadtgebiet von St. Pölten 15 Windräder mit einer Gesamtleistung von rund 10,5 MW. Allein diese Windräder erzeugen Strom für mehr als ein Viertel der Haushalte im St. Pöltner Stadtgebiet. In den nächsten Jahren werden weitere Windräder hinzukommen und den Windstromanteil in St. Pölten verdreifachen.
Zählt man die Windräder im Umland von St. Pölten hinzu sind es 45 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 57 MW. „In Summe erzeugt die Region St. Pölten Windstrom für weit mehr als 30.000 Haushalte und somit mehr als alle Haushalte in der Stadt St. Pölten verbrauchen“, freut sich Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister von St. Pölten.
„St. Pölten war auch die erste Stadt, die einen modernen Windkataster erstellt hat. Dadurch wurden geeignete Windkraftstandorte klar dargestellt und den Windkraftplanern damit eine gute Grundlage zur Planung der Windkraftanlagen gegeben“, berichtet Ing. Matthias Adl, Vizebürgermeister von St. Pölten.
Die Standorte in St. Pölten haben rund ein Drittel mehr Volllaststunden als der Durchschnitt der Windkraftanlagen in Deutschland.

Niederösterreich, das Windbundesland

Mit dem Bau dieses Windrades startet auch der heurige Windkraftausbau in Niederösterreich. 2012 wird die Windenenergie in Österreich so stark ausgebaut wie noch nie. Allein in Niederösterreich werden heuer mehr als 30 Windräder mit einer Leistung von über 70 MW beginnen sauberen Strom ins Stromnetz einzuspeisen. „Bereits jetzt erzeugen die Windräder in Niederösterreich mehr als 50% des Haushaltsstromverbrauches“, freut sich Dr. Stephan Pernkopf, Energie-Landesrat. LAbg. Mag. Alfred Riedl, Präsident des VP-Gemeindevertreterverbandes, ergänzt: „Die Windenergie erzeugt nicht nur sauberen Strom in Niederösterreich, sondern auch regionale Wertschöpfung und Einnahmen für die Gemeinden.“

Windräder erzeugen nur dann Strom, wenn der Wind stark genug weht um die Flügeln des Windrades anzutreiben. „Dennoch drehen sich die Windräder in Österreich sehr oft und erzeugen so an 85% der Tage im Jahr Strom“, erklärt Stefan Moidl, Geschäftsführer die IG Windkraft.

Österreichische Windbranche wartet gespannt auf die Tarife

Anfang Juli wird das Ökostromgesetz 2012 in Kraft treten. Dadurch ist eine neue Tarifverordnung für die Einspeisevergütung von Ökostrom notwendig. "Für einen kontinuierlichen Ausbau der Windkraft, sind nun angemessene Tarife für die Windenergie erforderlich", bekräftigt Moidl abschließend.

Rückfragehinweis

Mag. Martin Fliegenschnee-Jaksch
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Büro LR Pernkopf, Mag. Markus Habermann,
Telefon 02742/9005-15473
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