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Geschichte der Windkraft
2.11.2004 Von den Anfängen bishin zu den heute üblichen Anlagen und Rahmenbedingungen
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Erste Anfänge der Windkraftnutzung gehen auf einfache Windmühlen im arabischen Raum noch vor unserer Zeitrechnung zurück. In den letzten Jahrhunderten etablierte sich die Windenergie auf breiter Ebene, da sie zum Mahlen herangezogen wurde. Daher kommt noch der Name "Windmühle". Eine andere Anwendungsform diente der Entwässerung der Deiche in den Niederlanden. Mitte des 19. Jahrhunderts existierten in Europa 200.000 Windmühlen, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts durch andere Motoren ersetzt wurden.
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Die moderne Windkraftnutzung für die Stromerzeugung beginnt knapp vor 1900 in Dänemark. Aus der starken dänischen Volkshochschulbewegung heraus wollte man neue Chancen für die ländliche Bevölkerung erschließen. Dazu sollte die Stromversorgung mittels Windkraftanlagen dienen. Die damaligen Entwicklungen waren erstaunlich zuverlässig. Durch die windkraftbetriebenen E- Werke fand in Dänemark als einzigem Land der Erde die Elektrifizierung in ländlichen Gebieten gleichzeitig oder sogar früher statt als in den Städten. Durch die sich ausbreitenden zentralen Kohlekraftwerke samt ihren Überlandleitungen wurden die Windkraftanlagen verdrängt. Zu Krisenzeiten, beispielsweise in den Weltkriegen, griffen findige Ingenieure auf die Windkraft als unabhängige Energiequelle regelmäßig zurück und brachten sie auf den aktuellen Stand der Technik.
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Der eigentliche Startschuß zu dem anhaltenden Boom erfolgte jedoch erst nach der ersten Energiekrise 1973/74. Um die Erdölabhängigkeit zu reduzieren, sollten in Dänemark in Zukunft nur noch Atomkraftwerke gebaut werden. Aufgerüttelt durch diese Pläne, begannen engagierte Praktiker, an ihren eigenen Energiekonzepten zu arbeiten. Daraus entstand 1976 die erste netzgekoppelte Windkraftanlage (WKA) im Eigenbau. Die Windräder wurden zum Symbol der Anti-Atom-Bewegung und immer mehr Leute wollten mit ihren "Windmühlen" ein Zeichen setzen. Die Anlagen wuchsen kontinuierlich von einer Anfangsgröße von 22kW und 15m Durchmesser. Aus den Bastlerwerkstädten wurden kleine Betriebe.
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Der Durchbruch für die Windkrafttechnologie wurde 1985 durch Steuerabschreibungs-Regelungen in Kalifornien eingeleitet. Durch diese Regelungen wurde die Errichtung von Windkraftanlagen zu einem lukrativen Geschäft. Da nur die Dänen zu dieser Zeit tatsächlich funktionierende Anlagen anbieten konnten, verwandelte sich in Dänemark das Manufakturprodukt Windkraftanlage mit einem Schlag in ein Massenprodukt, das mehrere tausend Mal pro Jahr erzeugt wurde. Als nach wenigen Jahren die Steuerabschreibungsmodelle eingestellt wurden, fand der kalifornische Windkraftboom ein jähes Ende. Die Größe der Serienanlagen war auf 125kW und 20m Durchmesser angewachsen.
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In den USA und Deutschland wurden gleichzeitig staatliche Forschungsprogramme durchgeführt. Dabei baute man Pilotanlagen mit einer Größe von bis zu 4500 kW und einem Rotordurchmesser von bis zu 120 m. Fast alle dieser top-down Ansätze endeten jedoch erfolglos. Nach der kalifornischen Ernüchterung gestaltete dich die Windkraftnutzung in Dänemark in verkleinertem Maßstab. Unterstützt wurde sie dabei von der Politik, die die Windenergie als heimische und umweltfreundliche Energieform anerkannte. Dadurch gab es für Windkraftanlagen verschiedene Förderungen: unter anderem wurden für den Strom aus Windrädern höhere Tarife festgesetzt. Ende 2000 decken die Dänen 16 % ihres Strombedarfes aus Windenergie. Das dritte Land, das aus der Geschichte der neuen Windkraft nicht wegzudenken ist, ist Deutschland. Dort trat 1991 das sogenannte Stromeinspeisungssgesetz in Kraft, das Windenergieanlagenbetreibern einen wirtschaftlichen Einspeisetarif sicherte. Der Erfolg dieser Regelung brach alle Erwartungen. Im Jahr 2004 ist Deutschland mit über 15.000 MW installierter Windkraftleistung weltweiter Spitzenreiter. Gute sechs Prozent der Stromerzeugung stammen aus Windkraftlanlagen. Auch andere Länder folgten dem dänisch/deutschen Vorbild wirtschaftlicher Einspeisetarife, was zu jährlichen Wachstumsraten von über 40 % in der Windbranche dieser Staaten führte.
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Weltweit waren 2003 über 40.000 MW Windkraftleistung installiert. In Europa liegt sie über 29.000 MW. Die größten Serienanlagen weisen eine Leistung von 3 MW, eine Nabenhöhe von 100 m und einen Rotordurchmesser von 80 m auf.
Die aktuellen Zahlen finden Sie im Menü: Wind in Zahlen
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Weiterführende Links: Dokument: Wind in Zahlen
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